Mancora, Schildkröten und die Wale 1

Ich überquere die Grenze nach Peru gegen zwei Uhr in der Nacht. Das Ganze ist ein wenig chaotisch organisiert aber klappt schließlich doch. Auch diesmal gibt es wieder ein schreckliches Bild: die Granzstation ist bevölkert von Venezuelanern die darauf hoffen, nach Peru einreisen zu dürfen. Sie schlafen hier auf der Straße. Keine schöne Situation.

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Bienvenidos Peru

Ich komme gegen 4 in der Früh in der kleinen Fischer- Stadt Mancora an. Es regnet leicht, so habe ich mir den Start in meinen Strandaufenthalt nicht vorgestellt. Meine Unterkunft hat mir Gott sei Dank ein Taxi gesendet, dass mich zum Hotel bringt, das sich gut 5km außerhalb von Mancora befindet.
So komfortabel die NightBusses auch sind, so richtig gut schlafen kann ich dort nicht.
Mein Gastgeber empfängt mich herzlich und zeigt mir schnell noch meinen Bungalow. Er ist eigentlich gebaut für vier Personen, aus Bambus, von der Veranda sieht man das Meer. Großartig. Ich falle jedoch nur mehr ins Bett nach dieser kurzen Nacht.

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Hängematten und das Meer, mehr brauche ich nicht

Mancora ist ein Surferparadies und als ich wieder wach werde weiß ich auch warum. Es geht mega der Wind. Also chillig am Strand liegen ist nicht drinnen und so kralle ich mir wieder eine Hängematte und lese. Später mache ich einen Strandspaziergang. Ich bin in Summe drei Stunden unterwegs und treffe vielleicht drei Leute. Der Strand ist wirklich verlassen. Nur an ein, zwei Hotspots (Mancora & Los Organos) tut sich was. Das Gute, wenn Strände nicht so überlaufen sind: erstens die Ruhe und zweitens die Tiere. Als ich also so dahinspaziere,
krabbelt plötzlich gut 30m vor mir eine Meeresschildkröte an Land. Unglaublich schön das Tier und schneller als gedacht. Ich mache nur ein paar Fotos und lasse sie dann in Ruhe, ich glaube ich habe sie durch meine Anwesenheit eh genug gestresst. Sorry dude.

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Unglaublich coole Tiere, und flotter als gedacht 

Ich mache an den Tagen am Strand nichts weiteres als lesen, schlafen, Beine hochlagern, hervorragendes Sea Food zu essen und ab und zu Kaffee trinken. Ich versuche immer wieder, mich an den Strand zu setzten aber der Wind vertreibt mich auch immer wieder recht schnell. Obwohl es gut 30 Grad hat friere ich mit T-Shirt. Ich glaube ich habe meinen Körper nun endgültig verwirrt. Das Wasser des Pazifiks ist jedoch echt warm, der Humboldt Strom zieht hier vorbei und bringt warmes Wasser mit!

Aja und ich hab auch noch richtig Glück. Von Ende Juli bis Oktober ziehen Wale an der Küste vorbei in Richtung Süden und so werden Whale watching Touren angeboten. Am letzten Tag meines Meeraufenthaltes düse ich gemeinsam mit fünf anderen, gut mit Touristen gefüllten Booten auf den Pazifik raus um die Tiere zu sichten. Ich habe ja schon welche in Island und in Alaska gesehen, aber diese Trip sollte etwas ganz besonderes werden. Schon bei der Fahrt hinaus aufs Meer wird uns angekündigt, dass wir Buckelwale sehen werden. Wir müssen auch gar nicht lange suchen, da sehen wir schon die erste Walflosse aus dem Wasser ragen. Ich liebe diese majestätischen und sanften Riesen.

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Ein erster Vorgeschmack

Die Tour läuft ab wie ein Spielfilm. Zuerst gibt’s hin und wieder eine Schwanzflosse zu sehen oder die Wale tauchen alle zwei, drei Minuten zum Luft-holen auf. Danach lassen sie sich eine Zeit lang kaum blicken. Gerade während einer Flaute taucht plötzlich eine Wal Familie auf. Eltern und ein Junges, denen wir fortan folgen. Das Grande Finale gibt’s natürlich auch: Kurz bevor wir wieder umkehren, beginnen sich die Wale plötzlich aus dem Wasser zu schrauben und man sieht sie in voller Pracht. Noch dazu machen sie das nur gut 10m von unserem Boot entfernt. Beeindruckend. Danke für die Show guys, schön, dass es euch gibt!
Zum Abschluss werden noch Mikrophone ins Wasser gelassen und an einen Lautsprecher am Boot angeschlossen, man hört die Wale untereinander kommunizieren. Eine unglaublich schöne Sprache verwenden sie.

Wow, das war echt ein Erlebnis. Ich konnte mich nicht herausfinden, warum und wann Wale springen? Werde das noch ein wenig recherchieren.
Auch die Zeit am Strand vergeht sehr schnell und der letzte Abend ist tatsächlich weniger windig und so genieße ich tatsächlich auch noch ein wenig den Sandstrand. Natürlich darf da ein romantisches Sonnenuntergang Foto nicht fehlen 😉


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Am Abend checke mir schon die Busse zu meiner nächsten Destination, Huaraz, wieder gut 4000m in den Bergen. Die Entfernungen sind nun doch gewaltiger als im kleinen Land Ecuador und so wäre ich dorthin gut 24 Stunden mit drei verschiedenen Bussen unterwegs. Ich beschließe deshalb einen kurzen Stop in der Stadt Trujillo einzulegen, zur Abwechslung ein wenig Kultur wieder 😉 Auch dorthin sind es schon 14 Stunden Busfahrt. Wär ja alles stressfrei, wenn ich in der Früh nicht verschlafen hätte und ich den ersten Bus so grad noch erwische. Danke an meinen Tuc Tuc Fahrer. Er hat sein Gefährt so richtig durchgetreten, Schlaglöcher haben wir nicht mehr bemerkt, wir sind drübergeflogen 🙂
Also, ich melde mich wieder aus Huaraz, hoch in den Anden und vermutlich auch wieder ein wenig kühler.

Adios, Martin

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