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Nun bin ich also angekommen im Herzstück des alten Inka Reiches: Cusco. Nach einer 17-stündigen, elendslangen Busfahrt erreiche ich die Andenstadt auf gut 3000 Metern gegen Mittag, ein wenig übernachtig und erschöpft. Da steht auf jeden Fall gleich Mal ein Mittagsschlaf an.

Cusco ist so ganz anders als jede Stadt, in der ich bisher in Südamerika war. Sie ist prall gefüllt mit Touristen, wohl alle mit einem Endziel: Machu Picchu. Die alte Inka Stadt liegt ungefähr 100km entfernt von Cusco im heiligen Tal der Inka. Die Anreise dorthin dauert gut 3 Stunden, aber dazu ein anderes Mal. Vorerst will ich die Stadt erkunden und die faszinierenden Stätten in der Umgebung.

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Plaza del Armas – Hauptplatz von Cusco
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Schmale steile Gassen
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Alpakas in der Stadt, nicht nur für Touristen

Cusco ist sehr lebendig, es tut sich viel auf den Straßen, die Stadt ist sauber, es gibt tolles internationales Essen und ist ganz von der alten Inka Kultur geprägt. Cusco, so wie es heute aussieht ist jedoch auch sehr beeinflusst von den spanischen Kolonialisten. Viele Gebäude der Inkas wurden von den Spaniern zerstört und Kolonialgebäude darüber errichtet. Aus Tempeln wurden Kirchen, aus Inka Häusern Kolonialhäuser.

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Ein riesiger, farbenfroher Markt
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Selbst ein KFC hat Platz gefunden in den Kolonialhäusern am Hauptplatz
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Die Fundamente sind von den Inkas, unglaublich präzis geformte Steine

Ich mache wieder eine hervorragende Free Tour durch die Stadt und erkunde dann die Stadt auf eigene Faust. Highlight ist sicher die alte Inka Festung, die über der Stadt thront: Sacsayhuaman (Ein Guide erklärt mir, dass es wie ’sexy women‘ ausgesprochen wird). Hier sehe ich erstmal die beeindruckenden Baukünste der Inka. Tonnenschwere Steine sind millimetergenau zu Mauern zusammengefügt. Dazwischen passt keine Messerspitze. Mir bleibt ein Rätsel, wie die Inka es schafften diese tonnenschweren Steine meilenweit im unwegsamem Gelände zu transportieren. Die ‚Aliens-Theorie‘ höre ich nicht nur einmal.

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Die riesige beeindruckende Festung Sacsayhuaman über der Stadt Cusco
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Mauern in Perfektion – Inka Style
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Wie hat man diese bis zu 80 Tonnen schweren Blöcke wohl dorthin gebracht?

Cusco fügt sich nahtlos ins Wetterchaos meiner Erfahrungen in den Anden ein. Ist die Sonne herausen, ist es irre warm aber sobald es zuzieht, wäre Winterkleidung perfekt. Insgesamt regnet und gewittert es sehr viel in der Zeit, die ich hier verbringe. Durch den vielen Regen verbringe ich auch viel Zeit wieder beim Lesen und in Kaffeehäusern. Naja, soll schlimmeres geben 😉

Von Cusco aus beschließe ich, Tagestouren in das heilige Tal der Inka zu machen. Das Urubamba Tal. Und dort erwarten mich sehr beeindruckende Sehenswürdigkeiten.

Einen Tag geht es ins ca. eine Stunde entfernte Pisaq, eine kleine Stadt mit herrlichen Terrassen und Inka Gebäuden hoch über der Stadt gelegen. Ich unternehme eine vierstündige Wanderung zu den Stätten. Und es geht de facto kerzengerade über unzählige Stufen gut 600 Höhenmeter hinauf. Es ist mega anstrengend aber auf jeden Fall lohnend. Die Terrassen wurden im unwegsamen Gelände angelegt um Ackerbau zu betreiben. Es muss eine unglaublicher Aufwand gewesen sein. Zum ersten Mal sehe ich auch Teile das heiligen Tals. Sehr beeindruckend, vor allem als dann auch das nächste Gewitter aufkommt. Das traumhafte Tal, umgeben von schneebedeckten 5000ern und dann noch das Naturspektakel. Kein Wunder, dass sich das Naturvolk der Inka hier wohlgefühlt hat.

Ein weiterer Ausflug führt mich zu den Salinas de Maras, zu den Salzbecken von Maras. Ein salzhaltiger Fluss aus den Bergen wird in hunderte von Becken geleitet, wo das Wasser auf Grund der hohen Sonneneinstrahlung rasch verdunstet und das Salz geerntet werden kann. Dieses Verfahren geht ebenfalls auf die alten Inkas zurück und wird heute noch gleich praktiziert. Wie vor hunderten von Jahren sind die Becken auch heute noch korrekt auf sie Bewohner der Gemeinde aufgeteilt und jeder kümmert sich um sein Becken. Willkommen in der höchsten Salzmine der Welt!

Gleich in der Nähe der Salzbecken befinden sich die beeindruckenden Terrassen von Moray. Diese kreisförmigen Terrassen wurden von den Inka vermutlich für Agrarversuche benutzte. Auf jeder der Terrassen herrscht ein anderes Mikroklima und es wachsen andere Pflanzen optimal. Hier wurden hauptsächlich Kartoffeln und Getreide angebaut. Nicht nur optisch macht dieses Ackerland was her, nach wie vor finde ich unglaublich, dass in dieser Höhe (3500m) überhaupt noch was wächst.

Mein letzter (eigentlich vorletzter Stop) im heiligen Tag ist Ollantaytambo. Umgeben von großartiger Berg-Szenerie ist es für die meisten der letzte Stop vor Machu Picchu. Von hier aus geht es nur mehr per Zug weiter ins Tal. Auch für mich ist es ein kurzer aber interessanter Stopover zum Machu Picchu. Über der Stadt thronen diesmal gleich zwei Inka Dörfer. Die Inka haben es nicht gescheut in die steilsten Bergwände Pfade zu schlagen und ihre Häuser zu bauen. Zudem gibt es auch hier Terrassen für den Ackerbau inklusive ausgeklügeltem Bewässerungssystem.

Die Zeit in Peru verfliegt. Ich bin mittlerweile nicht mehr ganz so schnell unterwegs. Mein Kopf ist schon recht voll und ich bleibe schon Mal länger an einem Ort. Vor allem das heilige Tal hat es mir schon recht angetan. Es ist ein wunderbarer Platz, großteils sehr ruhig und die Gewitter jeden Tag sind sowieso ein Highlight-Fixpunkt für mich 🙂

Ein großes Highlight steht aber vor der Tür: Machu Picchu. Die sagenumwobene Stadt tief in den Anden, die meist besuchte Sehenswürdigkeit Südamerikas. Ich bin gerade am Weg dorthin. Und die Strecke ist schon großartig, das enge Tal mitten im Dschungel ist atemberaubend. Ich bin schon sehr gespannt, was mich dort erwartet.

Ich melde mich wieder!
¡Hasta pronto!
Martin

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